Dr Oich‘lklaub‘r

Oich‘lklaub‘r - aus'm schwäbischä für Eicheln auflesen...

Das Bauernpärchen ist gekleidet in Leinenstoff. Zu damaligen Zeiten galten strenge Gesetze mit Vorgaben, welche Stoffe für den niederen Stand gestattet waren. Daher ist das Häs aus Leinen. Als Gürtel dient eine dicke Schnur. Dazu trägt der Oich‘lklaub‘r-Mann eine Weste aus Lammfell (alternativ Fell anderer Nutztiere). Der Umhang aus Flachs oder Rupfen, gab nur wenig Schutz vor Kälte, aber das war das Einzige was zur Verfügung stand. Die Oich‘lklaub‘r-Frau trägt einen Rock und ein Hemd aus Leinen, dazu eine Wickelhaube oder ebenfalls einen Umhang mit Mütze. Auch sie hat einen Gürtel aus Schnur. Sie trägt den Flachs als Stola. Die Farben sind gedeckt. Im Wald will man ja nicht auffallen. Rot, Grün und Braun sind Farben, die gut mit hier typischen Pflanzen, Rinden und Wurzeln zu färben waren. Vereinzelt konnten sich die Oich‘lklaub‘r Güter oder Stoffe bzw. Kleidungsstücke ergaunern. Diese verarbeiteten sie zu ihren Zwecken.

Die Maske der Oich‘lklaub‘r, jede ein handgeschnitztes Meisterstück, zeigt einen Mann vom harten Leben im Wald gezeichnet. Individuelle Gesichtszüge machen jede Maske zu einem Einzelstück. Mancher ist auf sein Leben zornig, ein anderer findet sich mit seinem Schicksal ab und scheint glücklich über das, was er noch hat. Die weibliche Maske zeigt die damals klassische Haus- bzw. Waldfrau. Sie ist etwas unterernährt, ausgemergelt und schaut emotionslos drein. Sie ergibt sich ihrem Schicksal und folgt ohne eine andere Chance ihrem Mann.

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